Unverzeihlich
Sind einige Dinge unverzeihlich?
STREIT
Vorbei und vergessen,
der letzte Ton streitet sich
mit dem Violinenschlüssel.
Selbst du kannst
auf einmal Luft holen.
Dieser überhebliche Zug
um deinen verkniffenen Mund,
voll Spott, voll Ironie.
Der letzte Ton würde gerne
Konzessionen eingehen, aber
dazu ist er viel zu stolz.
Er verklingt, ehe der Streit beendet ist -
und bleibt überlegen.
Erinnerung
Die Erinnerung ist eine Form der Begegnung. (Verfasser mir nicht bekannt)
Weise
Es war Liebe auf den ersten Blick
und nun feiern sie goldene Hochzeit.
50 Jahre
und sehr weise.
Ein Häufchen Elend
Ein Häufchen Elend
wird gerade zusammengekehrt.
Wie wird es entsorgt?
DAS HERZ
Was bedeutet es, ein Herz zu haben??
VERRATENE LIEBE
Verratene Liebe, was rätst du mir?
Vertrauen.
FÜR MICHAEL
du
so nah
erreichbar
selbstverständlich
gib mir
deine tränen
gib mir
deine lippen -
und
deine träume
TRAURIGKEIT
So müde der Dinge.
So traurig.
So kraftlos.
Ein Blatt Papier
und Tinte,
die sinnlos
darüberläuft.
Sich selbst im Weg stehen
Zunehmend schleichen sich
Normalitäten in mein Leben ein.
Du bist auch so eine.
Ich wollte weg von dir,
ganz im Ernst,
weil ich dachte,
du stehst mir im Weg.
Dich kann ich vielleicht umrennen,
aber da steht noch jemand:
Und das bin ich.
Ungeklärt
Für mich noch ungeklärt:
Leiden Männer anders als Frauen????
Kleine Träumerin
Kleine Träumerin,
was machen wir mit dir?
Lassen wir dich weiterträumen?
Kannst du deine Träume bewahren?
Wer bewacht deinen Schlaf?
Tränen
Tränen sind göttliche Putzfrauen. (Verfasser unbekannt)
75 Liter Tränenflüssigkeit produziert ein Mensch im Laufe seines Lebens.
Freunde bleiben
Klar können wir Freunde bleiben,
kein Problem.
Nee, wirklich nicht.
Du, mein Bademantel passt dir doch auch,
den lass ich dir da.
Und die Kaffebecher auch.
Ich fahre auch mit deinem Hund zum Tierarzt,
wenn du nicht kannst.
Den Schlüssel soll ich also noch behalten - sagst du.
Ok.
Aber mein Herz,
das hätte ich gerne zurück!
Dann
A: “Wenn ich du wäre, dann…”
B: “Erzähl mal, was dann…?”
A: “Tja, weiß ich auch nicht so genau.”
Fußabtreter
Draußen vor der Tür,
es gibt keine Klingel und
das Klopfen ist umsonst,
die Fingerknöchel schmerzen.
Während ich mich umdrehe,
bewegt sich die Gardine,
huscht ein Schatten
am Fenster vorbei.
Mein Blick fällt
auf den Fußabtreter.
Ich identifiziere mich mit ihm.
STREIT
Vorbei und vergessen,
der letzte Ton streitet sich
mit dem Violinenschlüssel.
Selbst du kannst
auf einmal Luft holen.
Dieser überhebliche Zug
um deinen verkniffenen Mund,
voll Spott, voll Ironie.
Der letzte Ton würde gerne
Konzessionen eingehen, aber
dazu ist er viel zu stolz.
Er verklingt, ehe der Streit beendet ist -
und bleibt überlegen.
DAS BLAUE SONETT
“Komm”, sagte ich, “lass uns untertauchen
in dieses endlose Blau, dieses Blau,
das bis jetzt noch kein Maler zu mischen vermochte.
Wir werden es einfangen und wohlig darin untergehen.”
Du kamst mit mir, aber nur, um mich einzufangen.
Ich zeigte dir die unzähligen Blaus im Flimmern
der heißen Sommerluft, im Glitzern des Schnees,
in den zarten Knospen und in den Früchten des Herbstes.
Alles in dir war blind, und deshalb
gab es kein Verweilen, du zerrtest mich fort,
fort von einem Blau zum anderen.
Einmal glaubte ich, es gefunden zu haben,
dieses endlose Blau, ich wollte es festhalten,
aber da war ich schon längst in dir untergegangen.
Etwas haben wollen
Etwas haben wollen,
das das Gegenüber
einem gar nicht
zu geben vermag.
PINKFARBENE ERWARTUNGEN MIT ZUCKERGUSS
Keine pinkfarbenen Erwartungen mit Zuckerguss - die gibt es schon lange nicht mehr!
Jetzt muss ich mir selbst all das erzählen, was ich dir so dringend sagen wollte.

