Schwierig

Es ist schwierig, Zustände aufrecht zu erhalten,

die sich schon lange totgelaufen haben.

Homöopathische Dosen

Liebe in homöopathischen Dosen -

wer kommt damit schon aus?

Geduldsfaden

Je öfter wir unseren Geduldsfaden

wieder zusammenknoten mussten,

desto kürzer würde er.

 

Nähe

Wieviel Nähe

braucht

ein Mensch?

Wieviel Nähe kannst du

wirklich ertragen?

Unkraut

Manchmal

scheint es so,

als ob das Leben

von Unkraut

überwuchert ist.

Vorsicht!

Auf meinem Weg mit dir:

so viele Stolpersteine, Stacheldraht,

weiträumiges, vermintes Territorium.

“Vorsicht!”, rufst du noch,

aber da gibt es mich schon gar nicht mehr.

Falsche Stärke

Keine Schwäche zu zeigen, bedeutet,

das Herz hart zu machen.

Wunsch nach Aufmerksamkeit

Der Wunsch nach Aufmerksamkeit ist womöglich der wichtigste Antrieb des Menschen und die Mutter aller Süchte. Liebe, Sex, Geld und Mode sind dafür nur Chiffren.

Ute Steub in “Seh(n)sucht”, erschienen im Berliner Tagesspiegel am 1.4.2007

Ungesagtes

Ungesagtes

lastet unendlich schwer auf mir,

so viel möchte ich mitteilen dir.

Du willst es nicht hören,

nichts soll deine Welt stören.

Gefangen

Jeder in seiner eigenen Welt gefangen -

wie soll ich nur zu dir gelangen?

Bannmeile

Die Bannmeile

um dein Leben,

die achte ich -

keine Sorge!

Glückswolken

Wünsche für dein weiteres Leben:

Auf Glückswolken sollst du schweben.

Kosten-Nutzen-Rechnung

Du lässt dir

meine Liebeserklärung

durch den Kopf gehen

und formulierst

wohlüberlegt eine Antwort.

Das Herz, der Bauch -

sie werden nicht gefragt.

Warum auch?

Mit Kosten-Nutzen-Rechnung

haben sie beide nichts zu tun.

Sternschnuppe

Sternschnuppe fiel

- mein Wunsch geheim -

mitten in mein Herz hinein.

Dort war so viel Platz

für die ganze Zauberkraft.

Wer anderen eine Grube gräbt

Ich hänge mein Herz

nicht in den Wind.

Ich grabe eine Grube

für meine Gefühle

und falle selbst hinein.

Schmerz

“Aller Schmerz ist besser als das Nichts.”

Simon Stephens, englischer Gegenwartsdramatiker

“Liebe ist die Vollendung des Lebens.”

Samson Raphael Hirsch

Wo Liebe ist, da ist kein Schmerz. ?

Mein Leben

Mein Leben -

ein Kunstwerk!

Welche Stilrichtung?

Chaotische Konzeptkunst

vielleicht.

Schuld

“Kratz an der Oberfläche, und du findest bei jedem etwas, weswegen er sich schuldig fühlt.”

Das denkt Sophie in dem Roman “Das Bild des Mädchens” von Maureen McCarthy.

Der Liebesbrief

0.   Der professionelle Liebesbriefeschreiber erhielt selbst einen Liebesbrief - unfassbar - wie konnte das  nur geschehen?

0.   Hellblaues Briefpapier, graublaue Tinte.

0.   Die geschwungene Schrift keiner Person spontan zuzuordnen.

0.   Der Stempel der Briefmarke unleserlich.

0.   Der Inhalt gnadenlos ehrlich und verheißungsvoll: Ich liebe dich…

 

1.   Jemand liebt mich!

2.   Mich?

3.   Wirklich mich?

4.   Wer?

5.   Kenne ich sie?

6.  Verwechslung!

7.  Nein, Adresse stimmt.

8.  Anrede stimmt auch.

9.  Kein Begleitschreiben, den Brief an jemanden weiterzuleiten.

10.  Jemand liebt tatsächlich mich!

11.  Wer?

12.  Ein Gag?

13.  Wer verfasst einen so wunderschönen Liebesbrief?

14.  Die Konkurrenz?

15.  Quatsch!

16.  “Ich liebe dich…” schreibt sie.

17.  Ich liebe dich auch - du große Unbekannte.

18. Ich liebe dich einzig und allein für diesen Brief!

19.  Ja, dafür liebe ich dich!

20.  Wer?

21.  Wer liebt mich?

22.  Wer trifft mich so mitten ins Herz?

23.  Auf der Stelle würde ich sie engagieren.

24.  Sie macht einen verdammt guten Job!

25.  Viel Gefühl.

26.  Nicht aufdringlich.

27.  Aber bestimmt.

28.  Stilvoll. Sie hat Stil.

29. Sie muss mich kennen!

30.  Sie liebt mich…

31.  Und eigentlich muss ich sie doch auch kennen - oder?

32.  Wer hat sich auffällig verhalten in der letzten Zeit?

33.  ?

34.  ?

35.  ?

36.  Niemand?

37.  Nichts bemerkt?

38.  Nein, nichts bemerkt.

39.  Ich Idiot!

40.  Ich bin ein professioneller Liebesbriefeschreiber.

41.  Ich bemerke nicht, wenn mich jemand liebt.

42.  ?

43.  ?

44.  Wer liebt mich?

 

 

 

Ausgeschlossen

Ausgeschlossen

vom eigenen Leben -

wo bin ich

wirklich?

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  • Der Verstand eilt voraus, hat es längst kapiert, aber das Herz klebt fest an der Vergangenheit.

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