Pablo Neruda Sonett XVII

Ich lieb dich nicht, wofern du nur eine Rose wärst aus Salz, Topas

oder Nelkenpfeil, die das Feuer verbreiten,

ich liebe dich, wie man gewisse dunkle Dinge liebt,

heimlich, im Finstern der Seele.

Ich liebe dich wie die Pflanze, welche nicht erblüht und

in sich verborgen das Strahlen jener Blumen trägt,

dank deiner Liebe lebt in meinem Leibe dunkel

der gedrängte Duft, der aufsteigt von der Erde.

Dich liebe ich ohne zu wissen, wie noch wann oder woher,

dich lieb ich unmittelbar, problemlos, ohne Stolz:

ich liebe dich so, weil ich anders zu lieben nicht verstehe.

Nur auf diese Art, in der nicht ich noch du bist,

so nah, daß deine Hand auf meiner Brust die meine ist,

so nah, daß deine Augen sich bei meinem Schlafe schließen.

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