14. Verwicklungen
Nora hatte den Termin mit Michael platzen lassen, da Julio sie wieder einmal voll in Anspruch genommen hatte. Sicher, diese Stunden mit Julio wollte sie nicht missen, aber es war gar nicht so einfach gewesen, Michael zu einem neuen Treffen zu überreden. Mit viel Geschick war es ihr gelungen und nun saßen sie gemeinsam in einem sündhaft teuren Restaurant. Der Abend ging in die Nacht über und Nora war es noch immer nicht gelungen, Michaels volle Aufmerksamkeit zu erringen. Zwischenzeitlich hatte sie immer das Gefühl, beobachtet zu werden. Wieder einmal ließ sie ihre Blicke vorsichtig ...weiter
13. Leben im Rollstuhl
Carlo saß im Garten der Reha- Klinik und sah zwei Vögeln zu, die sich schnäbelnd in den Ästen eines Baumes vergnügten. Heute war wieder ein Tag, an dem er sich fragte, warum er noch am Leben war. Er saß in seinem Rollstuhl und sah den Tierchen zu, die voller Lebenslust den Tag ausnutzten. Carlo schlug die Hände vor sein Gesicht und war den Tränen nah. Er wusste, dass Carmen nun kein Interesse mehr an ihm hatte. Das tat weh, doch hatte sie nicht immer schon mit ihm gespielt? Er war süchtig nach ihr. Doch war er das wirklich? Carlo machte die Augen zu und dachte nach. Es gab eine ...weiter
12. Lust auf Abenteuer
Langsam öffnete Martin die Augen. Das helle Sonnenlicht, das durch seine geöffnete Balkontür hereinfiel, blendete ihn. Rasch zog er die Decke über den Kopf und drehte sich um. Er wollte nichts sehen und hören. Langsam sickerte die Erinnerung an den gestrigen Abend in sein Gehirn. Er konnte nicht sagen, was schlimmer war, seine Enttäuschung, dass Mareike ihn versetzt und er wie ein Volltrottel eine Ewigkeit vor ihrer Wohnung gestanden hatte oder der Kater, der sich nach etlichen Bieren und einigen Schnäpsen in seinem Körper austobte. Er war sich einer Versöhnung mit Mareike sicher ...weiter
11. Klarheit
Carmens Kopf sank vor Erschöpfung auf ihre Brust. Seit unzähligen Stunden saß sie an Carlos Bett und hoffte auf eine Reaktion seines Körpers. Nur das Summen und Piepen der Überwachungsgeräte war zu hören. Carlo lag still und regungslos in den weißen Kissen, die Augen geschlossen. In welcher Sphäre zwischen Leben und Tod er sich befand, wagte niemand zu sagen. Carmen hatte sich bittere Vorwürfe gemacht, als Fernando sie angerufen und ihr von dem Unfall berichtet hatte. Sie hatte seinen aggressiven Unterton gespürt und wusste, dass auch er sie für den Unfall verantwortlich ...weiter
10. Der Ausweg
Nora van Melin hatte sich nicht umsonst in Schale geworfen. Sie war immer noch wütend, dass ein Mann es wagte, sich einer Verabredung mit ihr sang- und klanglos zu entziehen. Kurzentschlossen hielt sie an einem Biergarten an, dessen Tische und Bänke an diesem lauen Sommerabend gut gefüllt waren. Sie quetschte sich in eine Parklücke, ihre Fahrertür dicht an dicht an die Fahrertür eines silbergrauen Ford Mondeo und stieg umständlich an der Beifahrerseite aus. Ein letzter Blick in den Spiegel, Rouge und Lippenstift saßen immer noch perfekt. Während ihr Blick gezielt die Reihen der ...weiter

