Roman

Am nächsten Morgen stand Martin sehr zeitig auf. Noch einmal versuchte er, Mareike zu erreichen, erwischte aber wieder nur den Anrufbeantworter. Nachdenklich ging er in die Küche und fütterte seine Kaffeemaschine. Im Kühlschrank fand er noch Zutaten für ein Omelett, welches er sich lustlos zubereitete. Mit einer Tasse Kaffee und der Pfanne setzte sich Martin an den Küchentisch und verspeiste grübelnd sein Frühstück. Da kam ihm eine Idee. Er konnte doch Mareikes Freundin anrufen. Vielleicht wusste die Bescheid. Martin nahm das Telefonbuch und fand nach nervtötendem Suchen die Nummer. Zügig tippte er sie in sein Handy und wartete, als er das Rufzeichen hörte. „Ja, hier Tanja Schreiber“, meldete sich eine verschlafene Stimme.„Hier ist Martin. Ich kann Mareike nicht erreichen. Weißt du, wo ich sie finden kann?“, sprudelte es aus Martin heraus.„Na auf Teneriffa“, murmelt Tanja. “Auf Teneriffa”, fragte Martin sprachlos. „Was macht sie denn da?“ Plötzlich war Tanja hellwach. Sie hatte ihrer Freundin versprochen, Martin nichts von ihrem Aufenthaltsort zu verraten. Stöhnend fasste sie sich an den Kopf. Ihr blieb nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn Martin fragte sofort weiter. „Was will Mareike denn auf Teneriffa?“ Tanja saß in der Klemme. Doch Martin bearbeitete sie so lange, bis er Mareikes Adresse in Puerto de la Cruz herausbekommen hatte und über Mareikes Absichten auf der Insel Bescheid wusste. Schnell verabschiedete er sich von Tanja und stürmte in sein Schlafzimmer, riss seinen Koffer aus dem Schrank und stopfte wahllos Sachen hinein. Dann schoss er aus der Wohnung, wuchtete seinen Koffer ins Auto und warf sich hinter das Lenkrad. Grimmig startete er den Wagen und fluchte leise vor sich hin. So einfach konnte es sich Mareike nicht machen. So schnell ließ er sich nicht zur Seite schieben. Martins Wagen raste zum Flughafen. Dort hatte die Familie ein kleines Privatflugzeug.

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