Roman

Martin erwachte vom Klingeln seines Handys. Als seine Mutter in leicht verärgertem Ton darauf drängte zu erfahren, was es mit dieser Nora von Melin nun wirklich auf sich hatte,verstand er zunächst gar nichts. “Sie wollte unbedingt deine Hoteladresse haben und ist auf dem Weg zu dir, ” schloss seine Mutter. Martin saß aufrecht auf dem Sofa. “Das ist jetzt nicht dein Ernst, Mutter.” “Was sollte ich denn machen? Sie klang sehr überzeugt, dass du sie heiraten willst. Also, bringe in Ordnung, was du in Ordnung zu bringen hast und melde dich wieder.”
Martin starrte auf sein Handy, als ob er noch einen Nachsatz erwarte, aber seine Mutter hatte das Gespräch bereits beendet.
Was, zum Teufel, geht hier ab? Seine Freundin verschwindet sang- und klanglos nach Teneriffa. Er reist ihr hinterher und wird eiskalt abserviert – das war´s! Dann diese idiotische Idee, hier bleiben zu wollen, in einem fremden Land mit fremden Menschen? Man bricht doch nicht einfach – mir nichts, dir nichts – alle Brücken in der Heimat ab?
Der attraktive Unbekannte – wer war er und was hatte Mareike mit ihm zu tun? War das ihr eigentlicher Grund? Wollte sie wegen ihm alles aufgeben?
Martin biss sich hart auf die Unterlippe, als wolle er die nagende Eifersucht wegbeißen.

Er wollte eine klare Antwort von Mareike, und eine Erklärung, das war sie ihm ja wohl schuldig.
Und diese Nora? Wie kann man aus einem Bagatellschaden so einen Aufriss machen? Er hatte ihr doch die Schadensregulierung angeboten. Gut, er hatte den Termin mit ihr verpatzt, aber da reist man jemandem doch nicht tausende von Kilometern hinterher? Und was soll das Gefasel, dass er sie heiraten wolle? Die Frau musste ja komplett paranoid sein.

Martin musste handeln. Zu allererst wollte er ein Gespräch mit Mareike führen.
Ihre Mailbox schaltete sich ein. “Hier ist Martin. Ich möchte mit dir reden und eine Erklärung für alles haben.Das wenigstens bist du mir schuldig. Ich komme gegen 19 Uhr zu dir.”

Auch bei Nora meldete sich nur die Mailbox. “Martin Thiele hier. Ich weiß nicht, welcher Teufel Sie geritten hat. Die Schadensregulierung ist kein Thema, aber nicht in meinem sauer verdienten Urlaub. Ich melde mich bei Ihnen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Und bis dahin möchte ich nicht weiter von Ihnen behelligt werden.”

Zufrieden mit seinen ersten Schritten packte er seine Tasche aus, duschte ausgiebig und nahm ein ausgiebiges Sonnenbad auf seinem Balkon. Schließlich hatte er Urlaub!

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