Roman
Carlo schaute nachdenklich aus dem Fenster. Durch seinen Kopf jagten die unterschiedlichsten Gedanken. Doch immer wieder musste er an Mareike denken. Er musste nur die Augen schließen und schon sah er ihr Gesicht deutlich vor sich. Kopfschüttelnd dachte er an Carmen. Wieso hatte er so viel Zeit mit dieser Frau verbracht. War sie es wert gewesen? Nein! Carlo nahm sein Handy und tippte Mareikes Nummer. Er musste warten, bis Mareike sich meldete. „Hier ist Carlo, hast du Zeit, mich heute zu besuchen?“ Es dauerte lange, bis Mareike antwortete. „Carlo, ich suche gerade einen neuen Job, ...weiter
Roman
Was Mareike jetzt brauchte, war ein ruhiges und sonniges Plätzchen, einen Cafe con leche und einen Tia Maria mit Eis. Das alles würde sie bei Francisco am Plaza del Charco finden. Plötzlich stoppte sie. Hatte sie das im Vorbeigehen richtig gelesen? Sie ging ein paar Schritte zurück und blieb vor dem Eingang des Hotel Marte stehen. Ungläubig schaute sie auf eine Anzeige an der Tür zur Eingangshalle. ‘Suche ab sofort eine deutsche Hotelmanagerin mit sehr guten Führungsqualitäten, Teamgeist und guten Fremdsprachenkenntnissen in Wort und Schrift…..’. Unschlüssig blieb ...weiter
Roman
Mareikes Gespräch in der Redaktion der “Teneriffa Nachrichten” hatte sie in eine solche Euphorie versetzt, dass sie die Tür mit einem kräftigen Schubs aufschwang. “Können Sie denn nicht aufpassen?” Ein schlanker, dunkelhaariger Mann mit Brille hielt sich schmerzend die Stelle am Kopf, die gerade mit der Tür Bekanntschaft gemacht hatte. “Wenn ich Hellseherin wäre, könnte ich mein Geld anders verdienen”, konterte Mareike. “Tut´s sehr weh?” setzte sie sogleich mitfühlend nach. “Entschuldigen Sie bitte, es war nicht meine Absicht, ...weiter
Roman
‚Oh nein! Wo ist das berühmte Loch im Erdboden?’ stöhnte sie innerlich und kreiste meditativ mit dem Löffel im Uhrzeigersinn durch ihre Kaffeetasse. Warum musste ausgerechnet dieser Typ hier auftauchen? Sie wollte nur weg, alles hinter sich lassen und sich ein paar Wochen in ihrer kleinen Ferienwohnung auf Teneriffa ausruhen. Sie beschloss, ihre ganze Aufmerksamkeit dem dampfenden Kaffee zu widmen, bis ihr Flug aufgerufen würde. Der Typ musste ja schließlich merken, dass er gerade höchst unwillkommen war. Mareike unterbrach ihre Meditationsübung, setzte die Tasse an den Mund und ...weiter
Roman
Als Martin sich am anderen Ende der Leitung meldete, biss sich Nora nervös auf die Unterlippe. Ihr sorgsam zurecht gelegte Entschuldigung hatte sich in Nichts aufgelöst und sie wusste nicht, wie sie anfangen sollte. “Hier ist Nora, bitte leg nicht gleich auf.” Am anderen Ende der Leitung – Schweigen. Umständlich erklärte sie Martin, aus welchen Gründen sie den harmlosen Autounfall so aufgebauscht hatte. Es sprudelte nur so aus ihr heraus, Martin, den sie kaum kannte, ihre Lebensgeschichte so zu offenbaren, als säße sie einem Therapeuten gegenüber. Bis auf ihre ...weiter
Roman
Julios Freude war ehrlich, als er Noras Stimme vernahm. Seine aufkeimende Eifersucht legte sich sofort, aber als er erfuhr, dass sie ihr Kind verloren hatte, wurde er nachdenklich. Seine Bedürfnisse musste er zurück stellen, solange Nora im Krankenhaus und noch nicht genesen war. Und ob er solange warten oder sich nach einem neuen Obejekt der Begierde umsehen würde, ließ er für sich erst einmal offen. Nora hatte ihm ihre Krebserkrankung bewusst verschwiegen. Das ging nur sie etwas an. Julio versprach ihr, sie noch heute zu besuchen und das war für sie ein Lichtblick an diesem leicht ...weiter
Roman
Nora hatte aufgehört zu weinen. Traurig schaute sie aus dem Fenster ihres Krankenzimmers. Immer noch fühlte sie sich schwach und elend. Von ihrem Arzt wusste sie, dass ihre Chancen auf Heilung gut waren, aber der endgültige Befund stand noch aus. Doch das andere Problem war ihre Kinderlosigkeit. In Moment wollte sie ihr Leben noch genießen, aber eigentlich sehnte sie sich nach einer intakten Familie. Ihre Eltern waren dafür kein Beispiel. Allerdings hatte sie nun keine Möglichkeit mehr, es besser zu machen. Nora schloss die Augen und dachte über ihr Leben nach. Noch immer war sie ...weiter


