Roman
Mareikes Gespräch in der Redaktion der “Teneriffa Nachrichten” hatte sie in eine solche Euphorie versetzt, dass sie die Tür mit einem kräftigen Schubs aufschwang. “Können Sie denn nicht aufpassen?” Ein schlanker, dunkelhaariger Mann mit Brille hielt sich schmerzend die Stelle am Kopf, die gerade mit der Tür Bekanntschaft gemacht hatte. “Wenn ich Hellseherin wäre, könnte ich mein Geld anders verdienen”, konterte Mareike. “Tut´s sehr weh?” setzte sie sogleich mitfühlend nach. “Entschuldigen Sie bitte, es war nicht meine Absicht, Ihnen weh zu tun.” Innerlich musste sie grinsen und fragte sich, ob er an der Tür gelauscht hatte oder für einen Moment die Brille nicht aufhatte. Unerklärlich für sie, wie das passieren konnte. Ihr Gegenüber sagte gar nichts, sondern war mit dem langsam wachsenden Horn an seiner Stirn zutiefst beschäftigt. “Kann ich irgend etwas für Sie tun?” fragte Mareike mehr aus Höflichkeit, denn sie hatte keine Lust, hier Wurzeln zu schlagen. Er schüttelte nur den Kopf und schaute sie mit einem Blick an, als hätte er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. ‘Weichei! Davon stirbt man nicht’, dachte sie im Inneren, überlegte sich, ob sie ihm noch einen Tipp geben sollte, wie er seine Stirn am besten kühlen könne, um nicht eine komplette Farbpalette im Gesicht zu haben, drehte sich dann aber mit einem “Adios” um und verließ die Redaktion.
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