Im Chaos der Gefühle
Stefans Gedanken wirbelten völlig durcheinander. Hatte er Mareikes Vorschlag richtig verstanden? „Das ist unmöglich“, war das Einzige, was er hervor brachte. Mareike sagte kein Wort. Ihr Blick schweifte erneut in die Ferne und eine endlose Stille breitete sich zwischen ihnen aus. „Ich muss zurück in mein Zimmer, das Abendessen wird gleich gebracht.“ Mareike erhob sich von ihrem Stuhl im Garten der Cafeteria, zog ihr Schultertuch enger um sich und wandte sich zum Gehen. „Warte,“ Stefan sprang auf, nahm ihre Hand und zog sie mit sich. Er hatte noch zwei Stunden Zeit, bis ...weiter
Im Chaos der Gefühle
Mareike erholte sich schnell und verbrachte, nachdem sie nicht mehr am Tropf lag, viel Zeit in der gepflegten Gartenanlage des Krankenhauses. Die laue Herbstluft tat ihr gut und sie hatte viel Zeit zum Nachdenken. Stefan nahm sich außerhalb seines Dienstes viel Zeit für sie. Es störte ihn nicht, dass das Pflegepersonal das häufige Beisammensein zwischen Stefan und Mareike gespannt und erwartungsvoll verfolgte. Vielen war die schwere Zeit, die Stefan nach Andreas Tod durchlitt, noch gut in Erinnerung. Er hatte für lange Zeit das Lachen verlernt und nun bewies seine gute Laune und ...weiter
Im Chaos der Gefühle
Mareike schlug die Augen auf und rutschte intuitiv ein wenig tiefer unter ihre Bettdecke, als sie Stefan im weißen Arztkittel vor ihrem Bett gewahrte. „Was machst du denn hier?“ Gleichzeitig hätte sie sich ohrfeigen können ‚Was sollte er hier als Dienst habender Arzt schon machen?’ Er schaute sie liebevoll an „Ich habe dich unter meine Fittiche genommen, um dich wieder auf die Beine zu bringen.“ „Dann lass uns das schnell angehen, ich habe so viel zu tun“, antwortete sie ein wenig schnippisch. Sie hatte zwar keinen Spiegel zur Hand, aber sie konnte sich lebhaft ausmalen, ...weiter
Im Chaos der Gefühle
Leise schloss Stefan die Tür hinter sich und näherte sich Mareikes Bett. Sie schlief. Sie war blass und hatte dunkle Ringe unter den Augen, die sie am Abend vorher, als sie sich getroffen hatten, geschickt überschminkt hatte. Was Mareike in den letzten Wochen und Monaten erlebt und durchgemacht hatte, wusste Stefan nur zum Teil, von dem Moment an, als sie sich im Flugzeug kennen gelernt hatten und sie auf dem Weg zu ihrer schwer kranken Mutter war. Er hatte einen Blick in ihre Krankenakte geworfen und ein sorgenvoller Zug legte sich um seinen Mund. Mareikes vegetatives Nervensystem war ...weiter


