Stufen der Lust
Das Lied erstarb ihr auf den Lippen. Sie jappte immer mehr nach Luft. Ihre Augen hatten sich recht gut an die Dunkelheit gewöhnt. Noch immer kein Licht, kein Hinweis auf eine menschlichen Siedlung. Ihr fiel auf, dass die Vegetation immer dichter wurde und sie sich einem Nadelwald näherte. Hoch ragten die ersten Baumspitzen vor ihr auf. Es war zu gefährlich, weiter auf der Straße entlang zu laufen, falls ihr doch jemand folgte. Und dass ihr mitten in der Nacht jemand in dieser Mondlandschaft entgegen kam, war auch nicht sehr wahrscheinlich. Sie drehte sich kurz um. Schlug sie sich querfeldein, könnte sie sich völlig verlaufen und die Orientierung völlig verlieren. „Mein Gott, was soll ich bloß tun?“ fragte sie sich verzweifelt. Die Tränen rannen ihr die Wange hinunter.Ratlos blieb sie einen Moment stehen, lauschte in die Dunkelheit der Nacht, straffte die Schultern und verließ die Straße. Im Schutz der Büsche ging sie weiter, immer darauf bedacht, parallel zur Straße zu bleiben.Sie wusste nicht, wie lange sie gelaufen war. Sie hatte den Waldrand erreicht. Ihr Körper schmerzte, ihre Füße wollten sie nicht weiter tragen. Am Fuße einer legte sie sich hin und schloss die Augen, sie hatte keine Kraft mehr.?
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