Entscheidungen
Mareike hatte keine Ahnung davon, dass ihr Vater und Stefan gelegentlich telefonierten. Ihr Vater hatten den jungen Arzt ins Herz geschlossen und nicht vergessen, wie rührend er sich um ihn und Mareike nach dem plötzlichen Tod seiner Frau gekümmert hatte.
Er hätte Stefan gern als seinen Schwiegersohn gesehen, aber er wollte seiner Tochter keine Steine in den Weg legen, als sie Deutschland wenige Wochen nach der Beerdigung wieder verließ, um ihr Leben weiterhin auf Teneriffa zu verbringen.
Es war einsam für den alten Mann geworden, nachdem seine Frau ihn allein gelassen hatte.
Trotz seiner Bekannten auf Sylt und seiner reizenden Nachbarn fühlte er sich sehr alleine.
Er unternahm lange Spaziergänge und nicht selten stand er am Meer und fixierte einen Punkt in der unendlichen Ferne. So manches Mal kam ein Stoßgebet über seine Lippen. ‚Lieber Gott, wenn du mich holen willst, ich bin bereit. Ich würde gern wieder bei meiner Frau sein.’
Als das Telefon klingelte, sah er verwundert auf die Uhr. Wer ruft ihn denn jetzt noch an? Als er vernahm, wer sich am anderen Ende der Leitung meldete, huschte ein Lächeln über sein Gesicht. „Ja, das freut mich von ganzem Herzen…….. Du wirst mich doch mit Deiner Familie sicher besuchen kommen? ……melde Dich, wenn Ihr auf der Insel seid…….“
Er legte den Hörer auf, goss sich einen Kognak in einen Schwenker und setzte sich in seinen Sessel. Sein Gehirn begann fieberhaft zu arbeiten. Jeder Schritt wollte genauestens überlegt werden. Wann würde er je wieder die Gelegenheit bekommen, Schicksal zu spielen, wenn nicht jetzt?
Am Tag zuvor hatte Mareike ihren Vater angerufen und ihm mitgeteilt, dass sie einige Tage Urlaub bekommen hätte und Weihnachten und Silvester mit ihm auf Sylt verbringen würde. Und nun rief Stefan an und wollte die Feiertage ebenfalls mit seiner Familie auf der Insel verbringen, welch eine Fügung!
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