22. Schicksalsschläge
Als das Flugzeug zur Landung ansetzte, erwachte Mareike aus ihrem kurzen Schlaf. Unsicher sah sie zu ihrem Nachbarn. Jetzt war sie doch tatsächlich in seinen Armen eingeschlafen. Stefan lächelte ihr beruhigend zu. Mareike sah schnell aus dem Fenster. Ihre Gedanken wanderten wieder zu ihrer Mutter und schon war der Mann neben ihr vergessen. Kaum war die Maschine gelandet, als Mareike schon aus ihrem Sitz sprang und dem Ausgang zustrebte. Zum Glück war das Flugzeug nur mäßig besetzt, so dass sie schnell im Flughafengebäude ankam. Dort sah sie sich nach einem Taxi um. Doch nirgends ...weiter
21. Aufbruch
Michael atmete tief durch, als er die Flughafenhalle verließ und mit seinem Gepäck nach einem Taxi Ausschau hielt. Strahlender Sonnenschein empfing ihn auf der Insel, wenn das kein gutes Omen war. Während das Taxi die Autopista gen Norden fuhr, ließ er die letzten Tage Revue passieren. Er hatte sämtliche Verpflichtungen und Zwänge in Deutschland hinter sich gelassen und freute sich, nur noch für sein kleines Hotel da sein zu können. Das Schlimmste war die nervenaufreibende Auseinandersetzung mit Charlotte, seiner Verlobten, gewesen. Sie war ihm schon lange mit ihren ...weiter
20. Torschlusspanik
Plötzlich klingelte Carlos Handy. Er nahm es aus seiner Hosentasche, konnte aber mit der angezeigten Nummer nichts anfangen. Verwundert meldete er sich. Am anderen Ende war Mareike. Carlo schluckte und hörte auf ihre Worte. „Carlo, ich möchte wissen, was du dir bei deinem Betrug gedacht hast, aber nicht hier am Telefon. Wir treffen uns in einer Stunde am Hafen. Du weißt schon, wo ich meine.” Carlo konnte nur noch ein ‚ja” stammeln, denn Mareike hatte das Gespräch schon unterbrochen. Carlo machte sich sofort auf dem Weg zum Hafen. Unterwegs kam er an einem Juwelier ...weiter
19. Aufbruch
Nora saß im Sessel ihres Krankenzimmers und starrte aus dem Fenster, sie wusste nicht, wie lange schon. Der feine Nieselregen, der den ganzen Tag lautlos vom Himmel rann, schien auch ihr Gesicht benetzt zu haben. Die Tränen, die ihr die Wangen herunterrannen, waren ein Spiegelbild ihrer Seele. Seit Tagen schon hatte sich die Traurigkeit wie ein dichtes Spinnennetz um sie gelegt und gefangen genommen. Sie hatte sich sehr auf Julios Besuch gefreut, aber er war nicht gekommen. Eine telefonische knappe Absage, er müsse die Schicht eines kranken Kollegen übernehmen, war das letzte, was sie ...weiter


