Misstöne

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„Willst du heute abend schon wieder weg?“
„Ich habe dir doch gesagt, dass ich mit Ulla für’s Kino verabredet bin.“
„Ich finde, du könntest mal wieder einen Abend zu Hause bleiben.“
„Wenn du unternehmungslustiger wärst, könnten wir abends öfter gemeinsam weggehen.“
„Ich bin gerne zu Hause. Und, vergiss nicht, dass ich zehn Stunden am Tag arbeite.“
„Oh neee, als wenn ich nicht arbeiten würde! Und der Haushalt macht sich auch nicht von alleine. Nebenher kaufe ich noch ein, koche, wasche die Wäsche, bügele deine Hemden….“
„So meinte ich das auch nicht. Was schaut ihr euch denn an?“
„Einen Frauenfilm.“
„Da wäre ich sowieso fehl am Platz.“
„Was machst du heute abend?“
„Ich werde die Zeitung lesen, das meiste habe ich nur überflogen. Im Fernsehen kommt eine interessante Wirtschaftsreportage, die will ich mir ansehen.“
„Dann ist es doch egal, ob ich zu Hause bleibe oder ins Kino gehe. Ach übrigens, vergiss nicht, dass morgen der Elternabend ist. Du wolltest hingehen.“
„Morgen??? Ausgeschlossen. Ich habe um 17.00 Uhr eine Arbeitsbesprechung und ich weiß nicht, wie lange sie geht.“
„Wir hatten das aber abgesprochen.“
„Kannst du nicht hingehen?“
„Schon wieder? Ich war beim letzten Mal da und beim vorletzten Mal. Du hast Tobias’ Lehrerein noch nicht kennen gelernt. Außerdem habe ich morgen keine Zeit.“
„Wieso? Was hast du morgen denn schon wieder vor?“
„Morgen ist Mittwoch und Mittwoch Abend gehe ich zum Sport. Und das schon regelmäßig seit drei Monaten. Vielleicht mache ich danach noch ein oder zwei Saunagänge.  Das würde dir übrigens auch gut tun.“
„Sport ist Mord!  Ist das eigentlich eine gemischte Sauna?“
„Wenn die Sportkurse gemischt sind, ist auch die Sauna gemischt. Was für eine blöde Frage! Hast du ein Problem damit?“
„Und wenn ich eines damit hätte, würdest du doch trotzdem hingehen, oder?“
„Ja, denn ich gehe dahin, weil ich mich entspannen will und weil es mir gut tut.“
„Was machen wir denn nun mit dem Elternabend?“
„Ich habe dir den Termin in deinen Kalender eingetragen, nachdem du gesagt hast, dass du hingehst. In einen Terminkalender sollte man auch gelegentlich schauen.“
„Hast du heute eine miese Laune!“
„Ich habe keine miese Laune. Ich bin verabredet und muss gleich los.“
„Dann mußt du gehen, wenn dir andere wichtiger sind als ich! Ich  kann morgen definitiv nicht!“
 „Ich auch nicht! Tobias ist auch dein Sohn!“
„Das hoffe ich doch!“
„Nun mach mal halblang, ja?“
„Ich rufe die Lehrerin an und frage sie, ob sie mit mir das Wichtigste am Telefon besprechen kann. Was sollen wir machen, wenn wir beide nicht können?“
„Du denkst auch ein Lehrer hat einen vierundzwanzig-Stunden-Job?? Kommt gar nicht in Frage!“

Missmutig schaute er ihr nach, als sie mit einem kurzen ‚Bis später’ lautstark die Tür hinter sich zu knallte.

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Chiffre

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„Lieber lustig mit fuffzig, als ranzig mit zwanzig! Lebenslustige Witwe, Anfang fünfzig, schlank, durchaus noch vorzeigbar, sucht gleichgesinnten Herrn für gemeinsame Unternehmungen ………….“

Sie zögerte, bevor sie den Brief in den Postkasten steckte. Entschlossen straffte sie jedoch die Schultern und steckte den Brief ein. Es hatte sie eine enorme Überwindung gekostet, diese Anzeige aufzugeben. Aber was hatte sie zu verlieren? Eigentlich konnte sie nur gewinnen, wenn sie auf diesem Weg jemanden finden würde, mit dem sie ins Kino, ins Theater oder einfach nur spazieren oder mal Essen gehen könnte.
Nachdem Klaus vor zwei Jahren plötzlich gestorben war, fiel sie in ein tiefes Loch, aus dem sie nur sehr schwer wieder heraus krabbelte. Sie hatte Freunde, die ihr zur Seite standen und sich sehr um sie kümmerten. Aber wer wollte schon auf Dauer das dritte Rad am Wagen sein?
Ein glückliches Familienleben konnte sie lange Zeit nicht um sich herum ertragen.
Es ging ihr auch gar nicht um eine neue Beziehung. Sie hatte wieder Lust, etwas zu unternehmen, wie sie es mit Klaus in all den Jahren ihrer Ehe gewöhnt war. Er hatte gut für sie gesorgt. Sie konnte das Haus weiterhin behalten, kümmerte sich liebevoll um ihren prächtigen Garten und stundenweise war sie in ihrem gemeinsamen Buchladen. Sie konnte sich durchaus als unabhängig und wohlhabend bezeichnen.
Nach Klaus’ Tod wollte sie alles aufgeben und in eine andere Stadt ziehen, denn alles erinnerte sie schmerzlich an den großen Verlust, den sie erlitten hatte. Aber sie hatten sich alles zusammen aufgebaut und sie hätte es als Verrat Klaus gegenüber empfunden, sein Lebenswerk in andere Hände zu geben. Deshalb war sie geblieben.

Nach vierzehn Tagen,  nachdem sie die  erste Kontaktanzeige ihres Lebens aufgegeben hatte,  erhielt sie einen großen braunen Umschlag mit siebenundzwanzig Zuschriften. Feierlich öffnete sie einen gute Flasche Rotwein, setzte sich auf die Terrasse und widmete sich den vielen Briefen.  Nach etwa drei Stunden hatte sie drei Stapel vor sich liegen, fein säuberlich sortiert in ‚ ausgeschlossen’, ‚na ja – den könnte ich mir ja mal ansehen’ und  ‚ unbedingt ansehen’.
Ein Brief war übrig geblieben, der erst auf dem ersten, dann auf dem zweiten und letztendlich auf dem dritten Stapel lag. Er passte eigentlich nirgends hin, denn der Absender war fünfzehn Jahre jünger als sie. Und trotzdem las sie seinen Brief mehrmals und betrachtete das Foto, als könne sie wie in einem Spiegel alles über ihn erfahren.
Das Foto zeigte einen jungen, blonden Mann, Mitte dreißig mit strahlend blauen Augen, einigen süßen Lachfältchen in dem sonnengebräunten Gesicht und vollen sinnlichen Lippen. Neben ihm der Kopf eines etwa fünfjährigen Jungen, der dem Papi wie aus dem Gesicht geschnitten schien.
So ein Mann läuft nicht freiwillig als Single herum und wäre sie zwanzig Jahre jünger gewesen, hätte sie ihn gewiss nicht von der Bettkante geschubst. Er war Witwer. Seine Frau war an Krebs gestorben, genau wie Klaus. Und er hatte seinen Sohn Tim, der ihm über die schwere Zeit hinweg geholfen  und ihm seinen Lebenswillen erhalten hatte.
‚Ausgeschlossen’ – er war zu jung und hatte ein Kind, ein Geschenk, das Klaus und ihr leider versagt geblieben war.

In den nächsten Tagen beantwortete sie alles Briefe des Stapels ‚ausgeschlossen’. Der Stapel ‚ na ja – den könnte ich mir ja mal ansehen’ wurde auch beantwortet und sie plante Termine mit dem einen oder anderen.
Es war eine Lebenserfahrung für sie, sich über einen Zeitraum von vierzehn Tagen mit fremden Männern zu treffen und sich ihre Lebensgeschichten anzuhören. Der Stapel ‚ausgeschlossen’ wuchs, denn sie wollte weder Hausfrau, Köchin, Kranken- und Pflegeschwester, Tochterersatz, Aushängeschild,  noch sonst etwas spielen und die neuesten, abgefahrenen  Sexspiele mit Latex und Leder, Stiefeln und Peitsche, mit regelmäßigen Besuchen des Sexmessen in ganz Europa waren auch nicht das Ziel ihrer Wünsche.

Blieb noch der Stapel ‚unbedingt ansehen’ und der junge Witwer übrig.

Als ihre engsten Freundinnen zum Grillen kamen, nahm sie sich ein Herz und erzählte von ihren Erlebnissen.  Kontaktanzeigen sind ein willkommenes Tratschthema in einer Frauenrunde. Alle waren sich einig, dass sie es ganz mutig fanden, auf diesem Weg einen neuen Partner zu finden.
„Ich will keinen Partner, sondern einen Begleiter“, stellte sie entrüstet klar.
„Nun hab dich nicht so, du bist noch knackig und hast  Gefühle, oder? Zwei gesunde Hände sind nur vorübergehend erlaubt!“ scherzte Ines.
„Da sind noch drei, die du dir ‚unbedingt ansehen’ wolltest“, konterte Elke.“ Mach das und wenn da wieder nichts für dich bei ist, gibst du einen neue Anzeige in einer anderen Zeitung auf.“ „Oder ich nehme dir einen ab, bei Helmut ist die Luft im Bett sowieso raus“, kicherte Melanie.

Sie holte das Foto des jungen Witwers. Den Brief hatte sie in ihrem Schrank gelassen, der war zu persönlich, um von den Freundinnen zerredet zu werden. „Was haltet ihr von dem?“ Sie reichte das Foto herum. „Was für ein lecker Kerlchen“, platzte Melanie heraus. „Boah, den hätte ich mit zu allererst angesehen!“ war Ines’ Meinung. „Entschuldige, der könnte fast dein Sohn sein“, entrüstete sich Elke. „Der ist doch höchstens dreißig!!“

Sie verzog das Gesicht. Elke hatte Recht, das hatte sie ja auch von Anfang an gedacht und genau aus diesem Grund das Thema beiseite gelegt. Aber da war dieser offene und ehrliche Brief, in dem er betonte, der Altersunterschied sei kein Problem für ihn.
Und sofort entstand eine Grundsatzdiskussion über das Thema ‚junger Mann – ältere Frau’. Sie hörte sich alle Argumente dafür und dagegen an:

„Junge Männer zieht es zu reifen Frauen hin, sie sind unabhängig und lebenserfahren“.
„Er sucht nur eine Ersatzmutter für sein Kind! Wenn du das Kind in den Kindergarten oder in die Schule bringst, denken die, du seiest die Oma!“
„Wenn er merkt, dass du wohlhabend bist, bleibt er bei dir, nützt dich aus und betrügt dich mit einer Jüngeren“.
„Das kann nicht gut gehen, irgendwann verlässt er dich wegen einer Jüngeren.“
„Miete dir einen, mach dir mit ihm einen schönen Abend und dann geht er wieder. Du kannst dir das finanziell leisten und hast keine Verpflichtungen.“
„Genieße einfach, solange es geht, ohne zuviel Gefühl zu investieren.“
„Gib dir und ihm eine Chance, wenn es zwischen euch funkt.“
Die Argumente dafür und dagegen  nahmen kein Ende.
Die Diskussion ging aus wie das Hornberger Schießen und sie merkte, dass sie das alleine für sich entscheiden musste. Und sie entschied, sich mit ihm zu treffen, ganz unverbindlich.

Sie trafen sich in einer kleinen gemütlichen Kneipe. Beider Nervosität verflog recht schnell und sie unterhielten sich, als würden sie sich bereits seit Jahren kennen. Es war der Funke, der sofort übersprang. Sie trafen sich immer häufiger, verbrachten die Wochenenden miteinander.
Den kleinen Tim hatte sie schnell ins Herz geschlossen und er sie.

Sie genoss und sie liebte. Ihre Freundinnen ahnten nichts, sie hatte weitere Fragen zu ihren ‚Kontaktmännern’ fantasievoll und nicht immer ganz ehrlich beantwortet und erweckte den Eindruck, inzwischen mit ihrem Single-Dasein sehr zufrieden zu sein, so dass langsam Gras über die Sache wuchs. Trotzdem blieb es niemandem verborgen, dass sie wie das blühende Leben aussah und weniger Zeit als sonst hatte.

Sie heirateten heimlich in einer kleinen Dorfkirche, mit seinen Eltern, ihrer Schwester und dem kleinen Tim. Nach der Hochzeit lud sie zu einem großen Gartenfest ein und stelle ihren Freunden und Bekannten ihren Mann vor.

Verblüfft bis ungläubig reagierten die Freunde bei dieser Neuigkeit. Die Gemüter erhitzten sich mächtig. Die Freundinnen, manche blass vor Neid, warfen ihren älteren, oft nicht mehr ganz frischen Ehemännern einen verstohlenen Blick zu. Den Single-Damen war sofort der Wind aus den Segeln genommen, als  sie resigniert feststellten, dass  schöne Augen bei diesem Prachtexemplar von Mann absolut zwecklos waren, denn er hatte nur Augen für seine Frau. Die Männer nahmen den ‚Neuen’ unkompliziert in den Freundeskreis auf. Mancher von ihnen verglich den eigenen Bierbauch mit seinem Waschbrettbauch und seufzte den vergangenen Tagen hinterher. In einem Kreis von Männern mit beginnender bis hin zur vollen Glatze wirkte sein blonder voller Schopf wie eine Trophäe.

Heute, noch viele Jahre später, lachen sie herzhaft über die verdutzten Gesichter der Freunde auf dem Video, das an diesem Abend gedreht wurde. Und sie sind immer noch glücklich und verliebt, wie am ersten Tag.

 

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Mokkacreme-Torte

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“Ja, und jetzt den Eischnee vorsichtig unterheben, nimm den Schneebesen, unterheben habe ich gesagt, nicht rühren, klappt’s? Gut. Dann den Teig in die Springform füllen, sie darf am Rand nicht gefettet sein, hörst du? Nur den Boden einfetten… Den Teig glattstreichen. Hast du? Ja, jetzt ab in den Ofen, aber nicht die Tür öffnen, bevor er fertig ist, sonst…”

Schweißgebadet bin ich, in der Küche ein nie gekanntes Chaos. “Danke, Mamuschka”, sage ich, “wann geht’s weiter? In eineinhalb Stunden? Ok! Ja, den Biskuit schneide ich durch, für die Creme stelle ich alles bereit…”

Meine Güte, auf was habe ich mich nur eingelassen?? Dabei habe ich Isi letzte Woche nur beiläufig nach ihrem Geburtstagswunsch gefragt. Ihre prompte Antwort ohne Überlegen: “Mmh, eine selbstgebackene Torte, Mokkacreme, das wäre der Knaller!”

Der Knaller. Rezept aus dem Internet zweimal ausgedruckt - eins für mich - eins meiner Mutter per Post geschickt. Zutaten gekauft, Kuchenform ausgeliehen, einen Tag vor Isis Geburtstag frei genommen. Telefonkonferenz mit meiner Mutter verabredet, die mein allerserstes Back-Event betreuen wird. Ihr amüsierter Kommentar: “Junge, da bist du wohl schwer verliebt.”

Ja, bin ich, ich bin verliebt - und das nicht erst seit gestern. Ich bin verliebt und streiche die Creme gefühlvoll auf die Biskuitböden, die ich zusammensetze. Alles ein bisschen schief - egal. Die Überraschung arbeite ich mit ein, markiere die Stelle mit einer Extraportion Schokostreuseln. Geschafft! Mein Meisterwerk wandert in den Kühlschrank. Sie wird Augen machen morgen. Ganz früh werde ich sie schon anrufen, um ihr zu gratulieren und dann nachmittags…

Und dann kommt alles ganz anders als geplant.

1.  Ich bin gar nicht eine Stunde früher da, wie ich es mir so schön ausgemalt hatte. Hatte ich da etwas falsch verstanden? Ich komme kaum dazu, Isi so richtig in den Arm zu nehmen. Es sind mehr Gäste da, als ich erwartet hatte.

2.  Und vier weitere Torten - Mokkacreme. Konnte ich damit rechnen, dass sie in Konkurrenz treten würden mit meiner, die ich nicht ohne beachtliche Transportschäden fast wortlos neben die anderen perfekten Konditorwerke stelle. Richtig mickrig sieht sie aus - wie ein Kindergartenprodukt. Was für eine Blamage! Da wird mich auch der riesige Blumenstrauß nicht rausreißen.

3.  Und nun? Keinen Millimeter entferne ich mich räumlich und gedanklich von meinem Kuchen-Albtraum.

4.  Dann eine beherzte Aktion. Ich mache mich nützlich, mit einem Messer fange ich an, Tortenstückchen zu schneiden - und ach, wie ungeschickt - mein schändliches Gebilde klatscht nicht unbemerkt von den anderen auf den Küchenboden. Ich bin gerettet!! “Oh, wie schade”, ertönt es. Erleichtert sage ich: “Nicht so schlimm, sie hatte es nicht besser verdient, wirklich nicht.”

5.  Äußerst konzentriert schabe ich die Fragmente vom Fußboden, wohl bedacht, sie alle in eine neue Mülltüte zu schaufeln. Den Knoten zurre ich sehr fest und bringe den Matsch nicht zur Mülltonne, sondern verstaue ihn in meinem Kofferraum. Was für ein Unternehmen!

6.  Reichlich entspannt kann ich nun endlich mitfeiern. Ach, Isi, an diesen Geburtstag werden wir hoffentlich noch lange denken…

7.  Die Gäste sind weg. Wir räumen ein bisschen auf. “Setz dich”, sagt sie, “jetzt beginnt der gemütliche Teil, nur wir beide.”

8.  Nur wir beide. Schnell habe ich die eingetütete Katastrophe geholt. “So, Isi, und jetzt zeige ich dir, wie man Mokkacreme-Torte wirklich isst. Man gibt sie nämlich genau in diesem Zustand und in dieser Konsistenz auf einen riesengroßen Teller. dann nimmt man eine Gabel und matscht das noch mal so richtig durch, bis man…” Sie schaut mich an, als ob sie an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln müsste.

9.  “…bis man auf etwas trifft, das in solch einem Nahrungsmittel gar nichts verloren hat.” Endlich bin ich in diesem schrecklichen Pamps auf das Gesuchte gestoßen.

10.  Isis Blick wechselt zwischen mir und dem cremeverschmierten Ring, der an der Gabelzinke baumelt. Unglaublich, was ich da in ihren Augen sehe. Es entschädigt mich für alles, was ich seit gestern durchlitten habe.

11.  “Du bist verrückt, total verrückt! Und du meinst es Ernst - oder?”, fragt sie.

12.  Stumm nicke ich.

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Morgenmuffel und Frühaufsteher

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Das Handy auf meinem Nachttisch klingelt unerbittlich.  ‚Wer wagt es, mich mitten in der Nacht anzurufen??’  Mühsam fummele ich mein Ohropax aus beiden Ohren, richte mich auf und taste nach dem Handy. „Hallo?“ Meine Stimme ist dünn und krächzend, als hätte ich die ganze Nacht durch gesumpft.  „Willst du nicht endlich mal aufstehen? Es ist neun Uhr und ich habe frische Brötchen geholt.“ „Nein, will ich nicht, es ist Sonntag!!!“
Fröhlich, mit fetziger Morgenmusik im Hintergrund, meldet sich mein Göttergatte von unten aus der Küche. Wahrscheinlich hat er mehrmals von unten nach oben gerufen und meine Ohrstöpsel haben keinen Laut durch gelassen. „Na, gut, ich bin dann im Garten.“ Ich höre zwar den Frust in seiner Stimme, aber das ist mir egal. Ich kuschele mich wieder in mein warmes Bett, suche mir eine bequeme Stellung und verfalle sofort in eine neue Tiefschlafphase.

Wie oft haben wir das schon diskutiert, dass ich am Sonntag ausschlafen möchte.
Die Weisheit, dass das Schlafbedürfnis weniger wird, je älter man wird, trifft auf mich nicht zu. Das Bedürfnis meines Schönheitsschlafes kennt am Wochenende keine Grenzen. Wenn die Sonne ins Schlafzimmer scheint (und das ist im Sommer oft sehr früh), hält meinen Mann nichts mehr im Bett.

In der Woche ist unser unterschiedliches Temperament leichter zu handeln. Die  drei Wecker klingeln unerbittlich, um halb sechs der erste und dann die beiden anderen jeweils fünf Minuten später. Aber mit den Schlummertasten kann ich immer noch ein paar Minuten rausschinden. Das Aufstehen kommt einem Gewaltakt nahe.
Während mein Mann bereits beste Laune ausstrahlt, oft auch noch mit einem fröhlichen  Pfeiffen zum Radiohit oder schon mit der Morgenzeitung beschäftigt ist, taumele ich eine ganze Weile durch die Gegend, bis sich mein Rheuma in den Augen wie der Frühnebel langsam auflöst. Bis dahin bin ich nicht ansprechbar, ausgesprochen mundfaul und erwecke den Eindruck,  schwerste Gleichgewichtsstörungen zu haben.
Die Frühnachrichten erreichen mich nur in Bruchstücken. Erst beim Wetterbericht schlägt mir mein langsam erwachendes Gehirn vor, was ich anziehen könnte.

Wenn aber der Zeiger der Uhr an eine bedrohliche Stelle gelangt ist, klingeln die inneren Alarmglocken. Ich bin fast wach, die Dusche tut ihr Übriges und dann kann ich nur hoffen, dass jetzt jeder notwendige Handgriff sitzt, denn um pünktlich zur Arbeit zu kommen, darf nichts mehr dazwischen kommen.
Bisher hat es immer geklappt. Zugegeben, einmal musste ich auf einem Parkplatz anhalten, da ich vergessen hatte, mir die Augen zu schminken. Zum Glück hatte ich genauer in den Rückspiegel geblickt!

Predigten, immer zehn Minuten mehr einzuplanen, denn das Auto könne nicht anspringen…, ein Stau könnte mich unterwegs aufhalten …und…und…und… hat mein Göttergatte sich längst abgewöhnt.

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Durchbruch

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Er zog nebenan ein, als ich bereits ein Jahr in meiner neuen Wohnung lebte. Adventszeit war, ich schmückte meine Terrasse mit Lichterketten. Wir nickten uns zu und stellten uns kurz vor.

“Ich bin Lehrer, das sind ganz schreckliche Menschen, aber ich bin da eine Ausnahme”, sagte er schmunzelnd.

“Zu diesen Ausnahmen gehöre ich auch, ich unterrichte Deutsch und Kunst. Und Sie?”

“Deutsch und Biologie! Na, dann auf gute Nachbarschaft! Als erstes muss mein Arbeitszimmer funktionstüchtig sein, sonst geht gar nichts. Ich muss weitermachen. Bis bald mal.”

“Ja, bis bald.”

Bald kam schneller als ich dachte. Schon am nächsten Abend stand er vor der Tür und fragte ganz höflich, ob er sich eine Tüte Mehl ausleihen dürfte, er wäre noch nicht zum Einkaufen gekommen.

“In einer halben Stunde kannst du rüberkommen, es gibt Pfannkuchen - meine Spezialität.”

“Du bist witzig, ich muss noch…”

“…korrigieren”, vervollständigte er meinen Satz ganz richtig.

Wir lachten beide.

“Ok, in einer halben Stunde bin ich da.” Er verschwand mit der Mehltüte.

Ich sah auf die Uhr, ein paar Diktate würde ich noch schaffen. Pfannkuchen? Wann hatte ich die das letzte Mal gegessen? Das war Ewigkeiten her! Viel konnte man dabei ja glücklicherweise nicht verkehrt machen.

Nein, aber ganz viel richtig machen konnte man. Das waren nicht so unförmige Ofenlappen, sondern kleine Delikatessen gefüllt mit Pfirsich-Mascarpone-Creme. Den Wein tranken wir aus Wassergläsern dazu, es war saugemütlich in seinem Umzugschaos.

Seitdem hingen wir ziemlich oft zusammen. Mal bei mir, mal bei ihm. Mal kochten wir zusammen, mal gab es etwas zu fachsimpeln, einen Film zu gucken, oder einfach nur mal so.

Als ich mit einer dicken Grippe im Bett lag, kümmerte er sich rührend um mich. Als er im Urlaub war, mähte ich seinen Rasen, goss die Blumen, lüftete, sah nach der Post. Im Scherz sprachen wir immer öfter davon, dass es viel einfacher wäre, einen Durchbruch zwischen unseren Wohnungen zu machen…

“Du hättest eine viel größere Wohnung”, sagte er.

“Du aber auch”, gab ich zurück und nahm das auch alles gar nicht Ernst an diesem Abend, der uns beide am nächsten Morgen nicht ohne schlechtes Gewissen in unseren Unterricht gehen lassen würde, weil wir mal wieder gesumpft hatten.

“Schluss jetzt, sonst kommen wir morgen nicht raus”, beendete ich unser Zusammensein. Er kramte umständlich nach seinem Haustürschlüssel und streichelte zum Abschied meine Wange.

Für mich hieß es jetzt schnell ins Bett. Als ich das Licht im Badezimmer anmachte, schaute ich erstaunt in den großen Spiegel, auf dem mit Lippenstift geschrieben stand: ‘KUSCHELN IST SCHÖN!’ - darunter seine Telefonnummer. Ich zögerte nur einen kleinen Moment, dann griff ich zum Telefon.

“Ich wusste, dass du anrufen würdest, sagte er, “gut, dass du meine Meinung teilst…”

“Und jetzt?”, fragte ich etwas gedehnt.

“Lass uns nicht warten, bis der Durchbruch fertig ist!”, war seine überzeugende Antwort.

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Happy Birthday

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Die Gäste sind weg. Man wird nicht jedes Jahr 40, das muss am selben Tag gefeiert werden. So lieb, wie sie alle an mich gedacht haben: pinkfarbene Luftballons mit 39a, 39 b, 39 c… - ein Tablett mit lauter brennenden Teelichtern arrangiert zu 39+1 - eine Riesentorte mit 40 Tortenstückchen - ein Abo für ‘Brigitte WOMAN’, weil ich die jetzt endlich lesen darf…

Einfach toll, was meine Freunde sich ausgedacht haben.

Von dir kein Anruf, keine SMS, keine e-mail.

Du: auf einer Weiterbildung, kommst erst übermorgen nach Hause.

Ich: mache mir fast mehr Sorgen um dich, als dass ich wirklich sauer bin. Was kann passiert sein? Ein Unfall, Nierenkolik, Stress, Handy kaputt… Alles Quatsch, und ich weiß das auch.

Du: bist am Freitagabend wieder da, abgespannt, aber dennoch gut gelaunt, sprichst von den abgefahrenen Seminaren, viel dazugelernt, ob man alles umsetzen kann… Dein Blick schweift beim Abendessen durch das Wohn-und Esszimmer. Verwundert fragst du: “So viele Blumen…, hast du Besuch gehabt?”

Ich: schaue dich lächelnd an - oh ja, das gelingt mir! - und versuche emotionslos zu antworten: “Ich hatte Geburtstag.”

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Wenn Kinder Kinder kriegen…

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Sie war fünfzehn und gerade in der neunten Klasse, als wilde Gerüchte im Lehrerzimmer kursierten. “Hast du schon gehört…?” “Sie ist doch selbst noch ein Kind…” “Muss das in der heutigen Zeit sein?” “Die hat ja Mut!” Aus zuverlässigen Schülerquellen kam dann recht schnell die Bestätigung, Katja war schwanger. Die Meinungen dazu waren so unterschiedlich, wie das Wetter.
Nichts war ihr anzumerken. Selbst Monate später trug sie noch ihre engen Jeans und eng anliegende T-Shirts und blieb rank und schlank. Sollte es doch nur ein Gerücht gewesen sein? Die Klassenlehrerin verneinte.
Erst in den letzten Monaten traten die Rundungen ihres Bauches zögerlich hervor.
Katja meldete sich für die Zeit des Mutterschutzes ab, ließ sich von ihrer Zwillingsschwester über den laufenden Unterrichtsstoff informieren, um nicht ganz den Anschluss zu verpassen.
Sie brachte einen gesunden Jungen zur Welt. Einige Wochen nach der Geburt kam sie wieder zur Schule. Stolz zeigte sie die ersten Fotos ihres Sohnes und ein Leuchten trat in ihre Augen, wenn sie von ihm erzählte. Der Kleine war bei Oma und Opa oder auch bei den Eltern des jungen Vaters in besten Händen, wenn sie in der Schule war.
Mit Fleiß und Ausdauer erarbeitete sie sich den Abschluss der zehnten Klasse und hofft nun, bald auch eine Lehrstelle zu finden.
Hut ab vor dieser jungen Frau, in einer Zeit, in der viele, die ungewollt schwanger werden, die Nerven verlieren, abtreiben oder sich auf grausame Art und Weise ihres Babys entledigen.

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Wir geh’n jetzt zusammen

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“Sag mal, Mama, wie schlimm ist das wirklich, wenn Mädchen ihre Tage haben?”, fragt mich mein Kleiner, als er aus der Schule nach Hause kommt. Keine Begrüßung, kein Hallo.

“Wieso?”

“Nur so.”

“Wie? Nur so?”

“Ich habe heute Ann-Kathrin in der 6. Stunde nach Hause gebracht, ihr ging’s echt besch… ich meine nicht so gut.”

“Naja…”, will ich beginnen, doch er spricht schon weiter.

“Echt cool, ‘ne ganze Mathestunde ist sausen gegangen, eigentlich schade, dass Jungs so was nicht haben, aber dafür müssen wir uns ja dann jeden Tag rasieren - ein Leben lang. Frauen haben es dann wieder gut, die kommen in die Wechseljahre…”

“Du kennst dich ja bestens aus”, unterbreche ich ihn, “ist das euer Thema im Biologieunterricht?”

“Bio? Nein, das weiß doch jedes Kind! Ich rufe sie heute Nachnittag mal an, wir schreiben morgen einen Chemietest…” Er verschwindet mit seinem Rucksack in seinem Zimmer.

“Essen ist gleich fertig!”, rufe ich ihm hinterher.

Ja, mein Kleiner wird groß. War es nicht noch vor ein paar Wochen, dass er mit seinem Lego-Hubschrauber in der Badewanne spielte und sich mit Freunden nachmittags zum Fußball verabredete? Seit einigen Tagen hängt ein Schild an seiner Tür: BItte klopfen!!!!. Wir mussten ein Mittel gegen Hautunreinheiten kaufen, nachdem sich ein einziger Pickel an seinem Kinn bemerkbar machte, es wird freiwillig geduscht, Haare manchmal mehrmals am Tag gewaschen und gestylt, weil sie nicht mehr richtig sitzen. Coole Klamotten und Turnschuhe sind angesagt, Computerspiele sind out, denn es wird gechattet.

Beim Mittagessen ist er ungewöhnlich still, er wirkt nachdenklich. “Ann-Kathrin findet Fleisch eklig”, sagt er plötzlich, “kann ich gar nicht verstehen… meinst du, dass wir trotzdem zusammen passen?” “Klar!”, antworte ich und spüre, dass das nicht das einzige Problem zu sein scheint. Den Schokopudding verdrückt er noch schnell, dann schnappt er sich das Telefon und igelt sich hinter verschlossener Tür ein.

Stunden später taucht er auf, strahlend, beschwingt, wie ausgewechselt. “Du, Mama, das war alles gar nicht so einfach”, fängt er das Gespräch an, “aber ich glaube, Ann Kathrin und ich, wir geh’n jetzt zusammen, nur damit du Bescheid weißt.”

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Überraschung am 23. Dezember

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Zwei Jahre waren wir zusammen - und naja, es hatte sich totgelaufen, irgendwie, ich spürte es genau. Das ist eine Frage der Zeit, sagte ich mir, fand einfach nicht den Mut, mit ihr Schluss zu machen, denn so ein ganz kleines bisschen schön war es immer noch.

Aber dann war sie auf einmal so verändert, suchte meine Nähe, ich ging auf Abstand. Wir stritten häufig und ich nahm mir fest vor: Vor Weihnachten bringe ich es noch über die Bühne. Ich fand es nicht gemein, sondern ehrlich.

Mit all meiner Aufrichtigkeit und dem festen Entschluss, unsere Beziehung zu beenden, stand ich am 23. Dezember also vor ihr. “Ich muss dir etwas sagen…”, so begann ich das Gespräch. Sie strahlte mich an, fiel mir um den Hals und flüsterte: “Ja, ich dir auch - das nächste Weihnachtsfest werden wir zu dritt feiern. Eigentlich wollte ich dir morgen erst davon erzählen, aber ich habe es vor Freude nicht mehr ausgehalten.”

Ich hielt sie fest an mich gedrückt, es war gut, dass sie meinen Gesichtsausdruck nicht sehen konnte. Endlich löste sich meine Sprachlosigkeit auf. “Das ist großartig”, stammelte ich und begann fast mechanisch ihren Rücken zu streicheln, “einfach großartig.” Sie weinte ein wenig, immer noch ihren Kopf an meine Schulter gelehnt. Ich spürte ihren Atem an meinem Hals, spürte ihre Wärme, ihre Verletzlichkeit, den Schutz, den sie nun brauchte.

“Freust du dich?”, fragte sie leise und ich log das Blaue vom Himmel herunter oder in diesem Fall das Lametta vom Weihnachtsbaum. “Na, da haben wir es ja mit einer richtig gelungenen Weihnachtsüberraschung zu tun…” Dabei versuchte ich meine Stimme sanft, zuversichtlich und überzeugend klingen zu lassen.

“Und, was wolltest du mir sagen?”, sie löste sich aus der Umarmung ein wenig und sah mich erwartungsvoll an.

Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen, fühlte mich überrumpelt, hintergangen, mies, feige, ach, alles auf einmal, man kann das gar nicht beschreiben. Ein sekundenlanger Kampf in mir, irgendetwas Plausibles wollte sie jetzt hören. Jetzt. Sofort. Und ich verlogenes Dreckschwein höre mich sprechen: “Nun, ich wollte dir sagen, dass wir uns morgen verloben, wenn du nichts anderes vorhast.”

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Falsch verbunden

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Wie hypnotisiert starre ich auf den Anrufbeantworter. In regelmäßigem Abstand von etwa fünfzehn Minuten rufst du an, aber ich gehe nicht ans Telefon.

„Wo steckst du?“
„Wenn du da bist, gehe bitte ran!“
„Ich wollte mich für gestern entschuldigen, aber ich konnte nicht weg.“
„Ich noch mal, aber du bist scheinbar immer noch nicht da. … Ich melde mich wieder.“
„Bitte, verzeihe mir. Ich liebe dich!“

Du bist es gewöhnt, dass ich ans Telefon eile, wenn du anrufst.
Du hälst es für selbstverständlich, wenn du dich spontan frei machen kannst und unangemeldet vor der Tür stehst, dass ich dir freudestrahlend um den Hals falle.
Du erwartest, dass ich dir verzeihe, wenn du Versprechungen nicht einhalten kannst.

Schluss damit!!! Seit zwei Jahren spiele ich die zweite Geige in deinem Orchester. An Sonn- und Feiertagen hast du entweder keine Verwendung für mich oder überfällst mich unangemeldet mit deiner Gegenwart.
Hast du dir je Gedanken darüber gemacht, wie es mir dabei geht?

Noch steht meine Reisetasche, gepackt für ein romantisches Wochenende mit dir, im Schlafzimmer. Stundenlang habe ich gestern daneben gesessen und mir die Augen aus dem Kopf geheult, als du nicht gekommen bist.
Erst heute tauchst du aus der Versenkung auf, versuchst mich zu erreichen. Wahrscheinlich hast du wieder eine deiner üblichen Erklärungen bereit, warum du mich wieder einmal sitzen gelassen hast.

Es klingelt. Mein Taxi ist da.
Mit meiner gepackten Reisetasche fahre ich jetzt los, in ein Single-Wochenende, nur mit mir alleine. Und so soll es in Zukunft auch bleiben.

Du brauchst deiner Frau nichts mehr vorzulügen. Bleib bei ihr.
Leb wohl!

 

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