Auf den Hund gekommen (1)

Am ersten Dezember des vergangenen Jahres bin ich auf die Welt gekommen. Wir sind eine richtig große Familie. Mama Heather und Papa Arthos haben sich richtig Mühe gegeben, außer mir, ich heiße übrigens La Caramilla, wurden meine zwei Brüder, Lakritze und Lancer sowie meine Schwestern Linda Lu, Luna May, La Cremi und La Vanilli geboren. Inzwischen sind wir schon sechs Wochen alt, haben etwa die Größe eines Meerschweinchens und entwickeln uns jeden Tag ein wenig mehr…
Wir leben in einer großen Dackelzüchterfamilie. Bei uns ist immer etwas los und wir verstehen uns alle prächtig. Unsere Pflegemutter kümmert sich rührend um uns und es fehlt uns an nichts.
Pflegemutter Barbara hat uns erzählt, dass wir in etwa drei Wochen umziehen werden, in eine menschliche Familie. Dann bekommen wir ein neues Zuhause und können die große weite Welt um uns herum erkunden.
In letzter Zeit haben wir viel Besuch von fremden Menschen bekommen, die uns besuchen, mit uns spielen und sich dann ein kleines Hundchen für ihr neues Zuhause aussuchen. Bis zum letzten Wochenende habe ich niemanden gefunden, zu dem ich hätte ziehen wollen. Ich habe mich dann in unser Welpenkörbchen zurück gezogen und so getan, als schlafe ich. Kleine Hunde brauchen schließlich ihren Schlaf, das Leben kann ganz schön anstrengend sein.
Am letzten Sonntag kamen drei Erwachsene zu uns. La Cremi, Marci aus einem anderen Wurf, und ich waren noch nicht vergeben. Lange unterhielten sich die Erwachsenen mit Pflegemutter Barbara über ihren Dackel, der genau an Weihnachten gestorben war. Es war ihnen zu still im Haus und sie waren auf der Suche nach einem neuen Familienmitglied. Ich spitzte meine Öhrchen. Sie lebten in einem Haus mit Garten , ganz in der Nähe. Einen Garten kannte ich schon. Als sie aber erzählten, dass nebenan eine griechische Hirtenhündin und auf der anderen Seite zwei Schäferhündinnen lebten, wurde ich neugierig. Bisher hatte ich ja nur Dackel kennengelernt.
Als ich aus unserem Körbchen krabbeln wollte, sah ich, dass das Frauchen Marci auf dem Arm hatte und ganz entzückt von ihr war. Mit ihrem schwarz-roten Fell sieht sie auch bezaubernd aus, das muss ich zugeben. Nun hieß es entweder – oder. Ich schaute das Herrchen an, das Herrchen blickte zu mir – es war Liebe auf den ersten Blick. Obwohl ich hundemüde war, hieß es jetzt – handeln. Ich kletterte aus dem Körbchen - ups, da war die Blase doch vor Aufregung ganz voll – uns maschierte zielstrebig auf das Herrchen zu. Ach, war das schön, mit dem zu kuscheln. Ich setzte meinen ganzen weibliche Charme ein und blickte ihn an. Er nahm mich sogleich in die Arme und schmuste mit mir. Mit letzter Welpenkraft kuschelte ich mich in seine Armbeuge und bevor ich zu meinem Mittagschläfchen überging, bekam ich nur noch mit, dass ich die Auserwählte war! Drei Wochen bleibe ich nun noch bei Barbara , meinen Eltern und Geschwistern und dann darf ich zu meinem neuen Frauchen und Herrchen ziehen.

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