Septembernacht

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Katja wartet am verabredeten Ort sehnsüchtig auf sein Kommen. Sie sitzt allein auf der Parkbank und schaut auf die vorbeieilenden Menschen. Ihre Gedanken wanderten zurück zum Sommeranfang. Dort hatte alles begonnen. Eine unbeabsichtigte Beziehung, eine Beziehung ohne Zukunft. Es ist ein schöner, warmer Tag. Katja schließt die Augen und atmet den Duft des Spätsommertages tief ein, genießt die Sonnenstrahlen. Ein Blick auf die Uhr verrät ihr, dass er gleich kommen müsste. Katja ist aufgeregt. Der heutige Abend soll schön werden, denn es ist alles genau geplant. Das Handy klingelt. Katja zuckt zusammen. Ist wieder etwas schief gelaufen? Als sie seine Stimme hört, beginnen ihre Hände zu zittern. Nein, er sagt die Verabredung nicht ab. Es wird nur etwas später. Er muss Geschenke einkaufen…für seine Kinder. Katja steht auf und setzt sich in ein kleines Kaffee. Bei einer Zigarette und einem Glas Wein versucht sie sich zu beruhigen. Die Zeit tröpfelt langsam dahin. Endlich sieht sie ihn kommen. Eine liebevolle Begrüßung ist bei so vielen Menschen nicht möglich- darf nicht sein. Gemeinsam suchen sie sich ein kleines und gemütliches Restaurant. Hier erzählt er Katja von seiner Familie und seinen Kindern. Katja würde am liebsten laut schreien. Es ist nicht das, was sie von ihm hören möchte. Zu lange hat sie auf diesen Tag gewartet. Zu lange hat sie nächtelang wachgelegen und sich diese Zweisamkeit mit ihm gewünscht. Sein Handy klingelt, er schaut auf das Display und verlässt den Raum, dabei leise eine Entschuldigung murmelnd. Katja ist verzweifelt, so hatte sie sich den Abend nicht vorgestellt. Der Kellner serviert den Rotwein, als ihr Freund wieder am Tisch erscheint. Es ist dunkel geworden. Sie sitzen sich bei Kerzenschein gegenüber. Ein Gespräch will nicht so richtig aufkommen. Katja senkt den Blick und spürt seine streichelnde Hand auf ihrer Wange. Fragend schaut sie ihn an, nun senkt er traurig seinen Blick. Katjas Hand legt sich vorsichtig auf seine. Er hält sie fest und spielt zärtlich mit ihren Fingern. „Ich kann dich nicht vergesse“, sagt er kaum hörbar. „Ich träume von dir… von uns…von einer Insel, die nur uns beiden gehört.“ Katja stehen Tränen in den Augen. Sie weiß, dass es nie mehr geben wird als diese Insel. Streichelnde Hände, Wünsche und Sehnsüchte beherrschen jetzt den Abend. Es ist kurz vor Mitternacht und er muss in sein Hotel zurück; Katja begleitet ihn. Die Straßen sind leer und die Nachtluft lau. Man kann die Geheimnisse der Nacht körperlich spüren. Er nimmt Katja zärtlich in die Arme und gibt ihr endlich den langersehnten Kuss. Erst sanft und dann immer drängender wird dieser Kuss. Der Weg zum Hotel ist immer wieder unterbrochen durch Küsse und Zärtlichkeiten. „Ich habe dich sehr lieb!“, flüstert er Katja ins Ohr. Er ist sehr zurückhaltend mit Worten, deshalb kann sie ihm glauben. Vor dem Hotel bleiben beide stehen und halten sich fest. Beide spüren den Herzschlag und den Puls des anderen. Gegen vier verlässt Katja das Hotel. Sie kann die ersten Vögel zwitschern hören; am Himmel kündigt sich der Morgen an. Es war eine traumhafte Nacht, aber sie weiß nicht, wann sie und Uwe wieder ihre kleine Insel besuchen können. Sie will nicht darüber nachdenken.

Ein Taxi bringt Katja zu ihrer Familie… die Realität setzt wieder ein.

Es bleiben Träume und Wünsche-verbotene Träume und Wünsche.

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