Auf den Hund gekommen (2)
MANCHMAL KOMMT ES GANZ ANDERS, ALS MAN DENKT…
Ich heiße Marci und war eigentlich Frauchens Favorit. Cara hatte gewonnen und ich konnte ihr noch nicht einmal böse sein. So kess wie sie ist, bin ich nicht. Wir sind Wurfschwestern, wir haben den gleichen Vater, aber verschiedene Mütter.
Mehrere nette Leute haben sich für mich interessiert, aber unsere Pflegemutter Barbara fand niemanden, dem sie mich so richtig anvertrauen wollte…Irgendwie fand ich das ganz schön traurig, dass alle vergeben waren, nur mein Schicksal hing völlig in der Luft… So hässlich bin ich doch gar nicht ?!? Klar wäre es auch schön, bei meinen richtigen Eltern Tinchen und Arthos zu bleiben, aber ich will doch auch die große weite Welt kennen lernen. Tinchen und Heather können mich auch nicht trösten, denn meine Wurfschwestern und –brüder verlassen uns so nach und nach. Jedesmal, wenn ein Welpe abgeholt wird, trösten sich die beiden gegenseitig und sind so mit sich selbst beschäftigt, dass niemand von meinen Sorgen Notiz nimmt. So müssen sich Menscheneltern fühlen, wenn ihre erwachsenen Kinder ausziehen.
Caras zukünftige Hundeeltern besuchten täglich unsere Homepage, denn dort gab es immer Neuigkeiten und neue Fotos von uns, wenn wir eine Woche älter wurden. Caras Frauchen hatte mich nicht vergessen und so langsam reifte ein Gedanke in ihr. Was sprach eigentlich gegen zwei Hunde? Viele in ihrem Bekanntenkreis hatten ihre Hunde im Doppelpack. Herrchen hatte die Idee schon länger. Aber er wusste genau, dass Frauchen ihre Entscheidungen reiflich überlegte und dass es wenig Sinn hatte, sie überreden zu wollen. Auch Pflegemutter Barbara hatte diese Idee gehabt und hoffte jedesmal, wenn das Telefon klingelte, dass es eine Nachricht für mich wäre.
Am letzten Sonntag war es dann soweit. Caras Frauchen hatte am Samstag eine Mail geschickt und darum gebeten, mich bis Sonntag zu reservieren, da sie mit dem Gedanken spielte, auch mich zu sich zu holen. Cara und ich konnten vor Aufregung gar nicht schlafen.
Am Sonntagvormittag hielt es auch Pflegemutter Barbara nicht mehr aus. Sie nahm das Telefon und rief an. Das Gespräch dauerte und dauerte, warum müssen Menschen immer so lange telefonieren?? Cara lief ganz aufgeregt hin und her und ich versuchte, an Barbaras Gesichtsausdruck abzulesen, wie es weiterging. Vor Aufregung fing ich an zu hecheln und schaute Barbara mit großen fragenden Augen an. Sie strahlte über das ganze Gesicht, nickte erst mir, dann Cara zu und verabschiedete sich mit einem lachenden „Bis Samstag.“
Nun sind die Würfel gefallen. Cara und ich können zusammenbleiben. In drei Tagen werden wir unsere große Dackelfamilie verlassen und in eine aufregende und spannende Zukunft blicken.
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