Auf den Hund gekommen (3)
Wir sind da!!!
Während Cara und ich ungeduldig darauf warteten, von Frauchen und Herrchen abgeholt zu werden, litten unsere beiden Mamas Höllenqualen. Ein Hundchen nach dem anderen wurde abgeholt und es wurde immer stiller um uns herum. Endlich kamen sie. Pflegemama Barbara machte noch ein paar Abschiedsfotos, packte unser Fresschen für die nächsten zwei Tage und unser Lieblingsspielzeug ein und dann ging es los…Frauchen nahm uns in einem gut gepolsterten Körbchen auf den Schoß. Was wir alles unterwegs sahen!! Ich konnte gar nicht genug gucken und krabbelte immer wieder bis an den Rand des Körbchens, damit mir ja nichts entging. Cara , ein Sensibelchen, war ängstlich, zitterte und verkroch sich in die äußerste Korbecke. „Hab dich nicht so!“ flüsterte ich ihr zu. „Autofahren ist geil! Alles scheint zu fliegen.“ Hin und wieder wagte sie sich etwas vor, zog sich aber dann schnell wieder zurück. Frauchen streichelte sie, redete ihr gut zu und mit der anderen Hand passte sie auf, dass ich nicht während der Fahrt aus dem Körbchen sprang.
Endlich angekommen, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Frauchen setzte uns auf eine kühle, grüne Fläche. Wir hatten so etwas noch nie gesehen, denn wir waren ja noch nie draußen. Mittlerweile, nach zwei Tagen, wissen wir, dass das ein Garten ist, den wir jeden Tag ein Stückchen mehr erobern. Nach dem Fressen, nach dem Schlafen und nach dem Toben dürfen wir immer ein paar Minuten raus, und es klappt hin und wieder schon ganz gut, dass wir unser Geschäftchen draußen machen. Auf vertrockneten Zweigen und alten Blättern lässt es sich so schön rumknautschen. Allzu lange dürfen wir noch nicht raus, denn unser Fell wärmt noch nicht ausreichend und Frauchen passt auf, dass wir uns nicht erkälten.
Was gab es in dem großen Haus alles zu erkunden! Und da wir erst völlig stubenrein werden müssen, dürfen wir auch noch nicht überall rein. In der Küche ist unser Tageskörbchen, unser Fress- und Wassernapf und natürlich Spielzeug. Tagsüber spielen wir viel, im langen Flur toben wir und können hin-und her rennen, bis wir dann ins Körbchen gehen, um uns für die nächste Runde auszuruhen.
Aber alles dürfen wir nicht, das haben wir schon gemerkt. Die Stuhlbeine lassen sich so wunderbar beknabbern, auch die Teppichkanten fordern richtig dazu heraus, da passt Frauchen immer sehr genau auf und gibt und ein Spielzeug, damit wir abgelenkt werden.
Abends dürfen wir mit ins Wohnzimmer. Auf unserer Kuscheldecke lässt es sich herrlich schlafen. Ganz interessant ist so ein großes Ding mit bunten Bildern, die sich bewegen und Töne von sich geben. Das ist ein Fernseher, haben wir gelernt. Aber noch reizvoller sind auch da die Teppichkanten, die weit herunter hängende Tischdecke und das Sofa, auf dem Herrchen abends liegt. Herrchen hat einen Vollbart, an dem es sich so wunderbar knabbern lässt und auch seine längeren Haare lassen sich herrlich verwuscheln .
Nachts schlafen wir in unserem Körbchen vor Frauchens Bett. Klar haben wir am ersten Abend gehofft, mit im großen Bett schlafen zu dürfen. Bittend standen wir mit den Vorderpfoten auf der Bettkante und setzten einen treuen, herzerweichenden Dackelblick auf, ohne Erfolg. Nach unserer ersten Nacht entdeckten wir Sonntag früh, morgens um halb acht, wie toll wir unter dem großen Bett fangen spielen können. Und los, unten durch, und außen wieder rum. Das ging fast eine Stunde lang so, bis wir zu Frauchens und Herrchens Erleichterung so müde waren, dass wir alle noch einmal eine Stunde schlafen konnten.
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