Thu, 25 Jun 2009

Sie trägt dich im Bauch, sie trägt dich im Arm,

ein Kind wird von seiner Mutter in irgendeiner Weise

immer durchs Leben getragen.

Sie beschützt dich als Kind bei Tag und bei Nacht,

»GLÜCK«

Sat, 20 Jun 2009

Glück im Leben

gesellt sich gerne auf tieferen Ebenen

einfach dazu

macht sich nicht fest an Stellen oder Dingen,

Außen gar

Glück trägt …

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  • Warten auf dich

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    Ich stehe am Fenster und inhaliere den Rauch meiner Zigarette tief ein. Mein Blick wandert zum Sternenhimmel. Der größte Stern weckt Erinnerungen und Träume. Es ist unser Stern. Nur bist du nicht hier, um mit mir gemeinsam die Träume zu leben. Kilometer trennen uns, aber nicht nur das. Du bist bei ihr. Aufgeben willst du uns beide nicht. Sagst, du liebst auch mich. Ich sehe zu den Sternen und habe Sehnsucht nach dir. Flüstere Worte, die für dich bestimmt sind, in den Wind. Vielleicht hörst du sie in deinen Träumen. Die Nachtluft ist erfüllt von wunderbaren Gerüchen und leisen Geräuschen. Eine Sommernacht, die geschaffen ist für Liebe und Zärtlichkeiten. Seit Tagen habe ich nichts mehr von dir gehört. Du kannst dich im Moment nicht melden, hast du gesagt. Seitdem warte ich, warte auf eine Zeile oder ein Zeichen von dir. Viele Gedanken gehen durch meinen Kopf. Ich frage mich, wie lange ich diesen Zustand noch ertragen kann, wie lange ich noch warten kann. Die Sehnsucht nach dir bringt mich noch um. Ich weiß, ich werde auch morgen wieder umsonst auf dich warten. Langsam werde ich wütend, weil du meine Gefühle ausnutzt.Meine Zigarette ist aufgeraucht, vor unseren Stern hat sich eine schwarze Wolke geschoben. Ich seufze noch einmal leise. Die ersten Regentropfen fallen und vermischen sich mit meinen Tränen. Ich drehe mich um und gehe in ein anderes Zimmer. Ich werde erwartet.

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    February 24, 2010 | Filed Under Margo | Leave a Comment 

    Absprache

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    Deine Lebensgefährtin hast du dir ausgesucht. Wir waren gar nicht so lange getrennt, da zog sie schon bei dir ein. Das tat weh. Mittlerweile finde ich sie ganz ok. Das war nicht immer so, aber weil du mir so wichtig bist, bin ich immer wieder über meinen Schatten gesprungen, bis ich es geschafft hatte, sie als Frau an deiner Seite zu akzeptieren. Gar nicht so einfach.

    Wir beide telefonieren oftmals montagabends, da ist sie in der Sauna. Alltägliches erzählen wir uns. Wir halten uns auf dem Laufenden.

    Wir gehen drei- bis viermal im Jahr essen, so richtig chic, da ist sie entweder zur Fortbildung oder bei ihrer Mutter oder auf einem Frauen-Wochenende.

    Wir schicken uns zum Geburtstag und zu Weihnachten kleine Päckchen, deine natürlich nicht nach Hause, sondern ins Büro.

    Wir treffen uns zweimal im Jahr bei unserem Zahnarzt, weil ich die Termine für die Kontrolluntersuchung immer noch für uns beide mache.

    Unseren besten Freund mag sie nicht. Du gehst allein auf seine Feten. Schön, dass du dabei bist.

    Tja, und wenn ich euch zufällig in der Stadt begegne, eilen wir grußlos aneinander vorbei. So haben wir es abgesprochen. Nein, sie muss wirklich nicht alles wissen. Sie würde dir die Hölle heiß machen, würde unsere absoluten Harmlosigkeiten hochstilisieren und dir natürlich vorsätzliche Untreue vorwerfen.

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    February 23, 2010 | Filed Under - Paare, Donna | Leave a Comment 

    Abschied

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    Jeder Tag unseres Lebens konfrontiert uns mit großen oder kleinen Abschieden – vielleicht,  nicht bewusst, um sie zu realisieren, aber vielleicht auch wissend und wohl bedacht. Wir sind gezwungen zu lernen, sie als Herausforderung anzunehmen und erkennen oftmals erst viel später, dass jeder Abschied einen Neuanfang in sich trägt.

    Bereits ein früher Morgen bringt den Abschied von der Nacht, die uns mit Träumen geborgen hielt. Wir müssen Abschied nehmen von Träumen, egal ob sie uns sanft umschlungen oder innerlich aufgewühlt haben. Psychisch erlebtes Geschehen wird durch das aufgehobene Bewusstsein zu etwas Unwirklichem – was aber dennoch emotional erlebt wurde und uns über den Traum hinaus beschäftigt kann.

    Es folgt nur wenig später der Abschied von den Kindern, die morgens das Haus verlassen, vom Partner – immer in der Hoffnung, dass es nur ein Abschied für eine gewisse Zeit ist.
    Manchmal aber, ohne jegliche Vorwarnung, ist es jedoch ein Abschied für immer. Wie häufig berichtet die Presse über tragische Unfälle – wie oft werden Menschen ganz plötzlich aus ihrem Lebensumfeld gerissen. Sind wir uns wirklich bewusst, dass es auch uns treffen könnte – an jedem Tag, zu jeder Stunde – auch in dieser Minute?

    Im weiteren Verlauf des Tages kann es passieren, dass wir uns von Träumen und Ideen verabschieden, weil wir bemerken, dass diese nicht oder nur wenig realisierbar sind. Das Gefühl von Versagen oder der nicht ausgesprochene Vorwurf einer Niederlage ist bedrückend und lastet wie Blei auf der Seele.

    Besonders schwer fällt der Abschied von Menschen, die einen Teil des Lebens ein Wegbegleiter waren; dem Leben, vergleichbar einer Straße, gemeinsam gefolgt sind. Keiner weiß vorher, wann und wo sie endet wird – die gemeinsame Etappe. Menschen, Freunde wie auch Feinde, hinterlassen Spuren, begleiten uns lange – manche kreuzen nur flüchtig unseren Weg und werden aber trotzdem nicht vergessen

    Manchmal aber nimmt deren Weg überraschend und unverhofft, eine andere Richtung oder der Schritttakt ist nicht mehr gleich. Authentizität geht verloren, an ihre Stelle tritt Selbstgefälligkeit und Intoleranz – der Blick ist getrübt und verächtlich, unempfänglich für ein Miteinander.
    Für eine Weile sind dann die eigenen Schritte unsicher, schleppend – das Innerste bedrückt und in die Defensive gedrängt, doch immer in der vagen Hoffnung, entgegen aller Divergenzen die Harmonie auf den Weg zurückzubringen. Mit Ernüchterung, aber erwartungsfroh blickt man nach einiger Zeit wieder in die Zukunft – im Bewusstsein, dass man andere Wegbegleiter finden wird, die mit neuen Impulsen und in einem verträglichen Miteinander den gleichen Schritt entdecken, dabei aber nicht versuchen, das eigene, möglicherweise unterschiedliche Schritttempo aufzuzwingen.

    Manche Abschiede sind in ihrer Art sehr leise – Worte werden immer weniger und versiegen schließlich ganz – andere sind laut und verletzend – Wörter, deren Bedeutung zuweilen falsch interpretiert wird, wechseln von Seite zu Seite, um schließlich abrupt zu enden. Sprachlosigkeit macht sich breit und wird unüberwindbar.

    Auch dies ist ein Abschied, ohne Groll und Ressentiment – aber mit dem festen Glauben an eine neue Chance…

    Bis zum Wiederlesen – irgendwo und irgendwann…

    Manja

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    February 21, 2010 | Filed Under - Ganz nah am Leben, Manja | Leave a Comment 

    Eiseskälte

    avatar No Gravatar

    Dick vermummt und mit hochgezogenen Schultern huschen die Menschen in der einbrechenden Dunkelheit durch die Gassen der kleinen Stadt. Das Thermometer sinkt auf Temperaturen, die wirklich jeden von wärmenden Sonnenstrahlen träumen lassen. Niemand hält sich länger als nötig in der kalten Luft auf und sucht Schutz in einem wohlig warmen Zuhause.
    Mein Blick fällt auf eine zusammengekauert, in einem Hauseingang sitzende Gestalt. In diesem Moment beginne ich, trotz warmer Kleidung, zu frösteln und verlangsame meinen Schritt. Unsicher, was in diesem Moment die richtige Initiative wäre, bleibe ich schließlich vor einem Schaufenster stehen. Hilfesuchend blicke ich mich um, aber die wenigen Menschen, die noch die Gasse bevölkern, beachten weder die Gestalt im Hauseingang noch mich.
    Meine Gedanken kreisen um die vor den anhaltenden Minusgraden Schutz suchende Person. Was für ein Schicksal verbirgt sich hier? Welche Umstände in diesem Leben gibt es, die den Verlust der Wohnung nach sich ziehen? War es Selbstaufgabe – nach dem Verlust des Partners oder des Arbeitsplatzes – die diesen Menschen die Entscheidung treffen ließen, sich aus der Gesellschaft durch ein Leben auf der Straße zu isolieren? Ich werde die Antworten auf diese Fragen wohl nicht bekommen – trotzdem sorge ich mich um diese Person, von der ich nicht einmal erkennen kann, ob es eine Frau oder ein Mann ist.
    Aber allein bin auch ich hilflos! Jetzt wird mir die Kälte in unserer Gesellschaft bewusst – ich fühle mich wie gelähmt, kann meinen Weg nicht einfach so fortsetzen.
    Während ich selbst mit mir kämpfe und angestrengt überlege, wie ich helfen könnte, öffnet sich eine Ladentür und der Inhaber geht mit einer dampfenden Tasse auf die noch immer am Boden unbeweglich kauernde Person zu. Ob es seine leisen Worte sind oder der Duft des frischen Kaffees – plötzlich kommt Leben in die Gestalt. In diesem Moment blicke ich in zwei dankbar leuchtende Augen, sehe zitternde Hände nach dem Kaffeebecher greifen und höre ein heiseres „Danke“.
    Zögerlich gehe ich auf beide Personen zu. Zwei Augenpaare beobachten mich zuerst zweifelnd, dann erstaunt und stellen mit Verwunderung fest, dass ich der erste Passant sei, der nicht so einfach vorbeigegangen ist.
    Der Inhaber des kleinen Ladens beruhigt mich. Für warme Getränke und entsprechendes Essen will er sorgen und ein befreundeter Taxifahrer wird während der Nachtschicht immer mal wieder vorbeifahren und sein Taxi zum Aufwärmen zur Verfügung stellen.
    Die Ehrlichkeit und Bestimmtheit dieser Aussagen überzeugt mich und ich setze meinen Weg fort. Mein aufsteigendes Kältegefühl hat sich während des Gesprächs in ein wohlig warmes Gefühl gewandelt – es ist gut zu wissen, dass in diesem Fall für Hilfe gesorgt ist.
    Ich blicke auf zum sternenklaren Himmel, fühle meinen Atem in der kalten Luft und wünsche mir, dass es auch für andere, unter der Kälte leidende Obdachlose, besorgte Menschen gibt, die in diesen kalten Tagen, mit ihrer Hilfe ein wenig Wärme in die Welt bringen.
     

     

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    February 10, 2010 | Filed Under - Ganz nah am Leben, Manja | Leave a Comment 

    Vor dem Spiegel

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    Es war eine schlaflose Nacht. Die unterschiedlichsten Gedanken im Kopf, nicht zu Ende gedacht, sondern immer weiter geführt, in Details zerlegt und andere Richtungen eingeschlagen, abgewogen und verworfen, ließen es nicht zu, den so nötigen erholsamen Schlaf zu finden. Immer wieder fiel der Blick auf die Ziffern des Weckers. Noch vier, noch drei, zwei Stunden, dann würde der Wecker unmissverständlich der Nacht ein Ende setzen. Fröhliche Morgenmusik und ein zum Plaudern aufgelegter Radiomoderator setzten dem Halbschaf ein Ende. Weggeblasen waren die Gedanken der Nacht und das Hineinfinden in den neuen Tag setzte ein wenig mühsam ein. Das Gesicht, das aus dem Spiegel auf sein Ebenbild vor dem Spiegel  blickte, zeigte deutlich die Spuren der schlaflosen Nacht. Dunkle Augenringe, herabhängende Lider, Falten um die Mundwinkel und wirres Haar.  Auch der Schwall kaltes Wasser, ins müde Gesicht geklatscht, veränderte nichts. Alt sieht es aus – sehr alt! Ein genauerer Blick auf das Gesicht im Spiegel ließ die Gedanken abschweifen. Es war noch nicht lange her, da strahlte dieses Gesicht Erfolg und Überlegenheit aus. Wache, strahlende Augen zeugten von Abenteuerlust und Risikobereitschaft. Der Blick war nach vorn gerichtet – einen Blick nach hinten auf das ‚Gestern’ gab es nicht. Nur das ‚Morgen’ zählte! Bis zu jenem verhängnisvollen Tag, an dem die Überprüfung stattfand und mit der Feststellung endete, dass anvertraute Gelder in die eigene Tasche geflossen waren. Das aufgebaute Kartenhaus brach zusammen. Das Leben nahm eine unangenehme Wendung und änderte sich grundlegend. Das Geräusch eines sich drehenden Schlüssels im Schloss beendete die Gedanken, führte zurück in die Realität und machte bewusst, dass die persönliche Freiheit im Moment nur sehr eingeschränkt ausgelebt werden konnte und an die Weisungen anderer gebunden war. Der Duft von Kaffee und frischen Brötchen hielt Einzug in den Raum, durch dessen Fenster die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne auf den Boden fielen und ein seltsam gestreiftes Muster zeichneten. Es verging nur wenig Zeit bis zum erneuten Öffnen der Tür. Jetzt begann ein neuer Arbeitstag, der sich erheblich von denen der Vergangenheit unterschied und dessen Entlohnung nur bescheidene Einkäufe zuließ. Die Stunden dieses Tages vergingen, unterbrochen durch das Mittagessen, einem kurzen Spaziergang und weiteren Arbeitsaufträgen, bis sie schließlich wieder in einer einsamen, schlaflosen Nacht endeten. Während der nächsten Jahre war eine Änderung dieser Lebensumstände unwahrscheinlich, aber es würde ein Tag kommen, an dem sich das große Tor der Justizvollzugsanstalt hinter ihm schließen würde und er zurückkehren konnte – in eine Welt, die ebenso wie er älter geworden war, ihn in ihrer Anonymität auffing und eine zweite Chance bot.

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    February 6, 2010 | Filed Under - Ganz nah am Leben, Manja | Leave a Comment